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Else von der Tanne

In Mein Raabe on 3. Oktober 2013 at 12:07 pm

Else von der Tanne

 

Wer als Alternative für die überteuerte Stadtwohnung eine günstige Bleibe auf dem Lande sucht, sollte erst mal Else von der Tanne lesen. Schon mit Parzival hat es nicht funktioniert und mit Else leider auch nicht. Die Dörfler stehen dem Fremden, hier noch kitschig mit Taube und Bambi umgeben, bösartig gegenüber, bis sich der Hass und die Dummheit bahn brechen. Übrig bleibt nichts.

Der Heilige Born

In Besprechungen on 7. Oktober 2012 at 11:22 am

Zuviel Mantel und Degen, doch es gibt einige Highlights.Rechts der Weser in Holzminden die Protestanten, links der Weser die Katholiken. Beide Seiten repräsentiert durch ihre Pfarrer und Priester. Der Priester Festus lechzt nach der Pfarrerstochter Monika, während der Herr Pfarrer einen Artikel über das Papsttum und den Zölibat verfasst. Grandios die Szene bei der Beerdigung, als der von Liebes und Lustqualen getriebene junge Priester auf  dem frisch aufgeschütteten Grabhügel auf Monika zu krabbelt, die er zeitweise auch mit Maria verwechselt.

Zitate: „Es tut nicht gut, dass der Mensch allein sei.“  Aber auch “ Wo ist Gott, dass er uns helfe in der Not, die seine Schuld ist?“

Aber auch Ein altes, ewig neues Spiel mit der Dummheit und dem Egoismus der Menschen, ein altes, altes Spiel, damals wie heute Politik genannt.

Am Ende wirft der Autor die Feder aus dem Fenster, zum Glück hat er das nicht vorher getan, trotz der Fett-und Schmalztöpfe die uns da vorgesetzt wurden.

Ein weiteres Mal werde ich dieses Buch nicht lesen, aber trotzdem hat es mir zeitweise großen Spass gemacht.

Eulenpfingsten (1874)

In Werke on 30. Mai 2011 at 7:17 pm
Schauplatz von Eulenpfingsten

entnommen Bd. 11 der gesammelten Werke von V+R

Recht haben die Rolling Stones. Keine Aussagen über Religion und Politik. Ausgerechnet an diese Vorgabe haben sich die alten Freunde, der Legationsrat Alexis von Nebelung und sein Nachbar von gegenüber, Florenz Nürrnberg, ein reicher Tabakfabrikant, an diesem Mainachmittag des Jahres 1858 nicht gehalten. Wutentbrannt rennt der Legationsrat aus dem behaglichen Garten seines Freundes, schnappt im eigenen Haus Hut und Stock und lässt die Tochter allein mit der Aufgabe die ihr unbekannte Tante vom Bahnhof abzuholen. Der Sohn des Tabakhändlers, ein junger Professor, muß ausgerechnet jetzt der jungen Dame seine Liebe gestehen. Sie verloben sich auf der Stelle, ein Kuss genügt und schon verlobt, und sie verkrachen sich dann sogleich wegen der Väter. Doch damit nicht genug. Zufällig treffen in einer Apfelweinwirtschaft der Legationsrat und Fritz Hessenberg aufeinander. Hessenberg , ein erfolgreicher  Lohgerber und jetzt Witwer war der Jugendfreund der Tante, die jetzt am Bahnhof erwartet wird. Vor 30 Jahren hatte auch Alexis von Nebelung die Verbindung seiner Schwester Lina zu Fritz Hessenberg hintertrieben. Lina war nach Amerika geflohen, Fritz hatte hier geheiratet. Jetzt erfährt er von der Rückkehr seiner großen Liebe nach Frankfurt. So nähern sich alle Beteiligten wieder dem Hause in der Hanauerstraße. Die Tochter Kätchen mit Tante Lina in einer Kutsche vom Bahnhof her. Nürrnberg senior, alleinstehend und attraktiven Damen seines Alters nicht abgeneigt, der Jungverlobte, dem Vater und Schwiegervater langsam egal sind, der über sich selbst verärgerte Alexis von Nebelung und Fritz Hessenberg, dem nicht einfällt was er seiner Lina nach 30 Jahren sagen soll. Und Wilhelm Raabe kann witzig sein. Memnonartig sitzt die Tante in der Kutsche, königlich kann man sich freuen oder besser gesagt: republikanisch. Eine kleine, flotte SommerSonnengeschichte. Leicht und ernsthaft zugleich. Mai 2011

Eulenpfingsten, das bedeutet der Sankt Nimmerleinstag. So sind die Menschen und daran ändert sich nicht.

Für mich sehr angenehm, dass Tochter ,Schwiegersohn und Enkelkind nahe der Hanauer Str. in Frankfurt wohnen. So machten wir einen kleinen Ausflug um vielleicht noch etwas aus der alten Zeit zu entdecken. Doch da gibt es nichts mehr. Die hochherrschaftlichen Häuser, die großen Garten, die prächtige Strasse – alles ist verschwunden.

Mein Wilhelm Raabe

In Mein Raabe, Uncategorized on 18. Juli 2010 at 4:34 pm

in EschershausenKnapp 70 Romane und Erzählungen hat Wilhelm Raabe geschrieben. Doch für viele Leser der heutigen Zeit ist dieser umständlich schreibende Autor des 19Jahrhunderts nur mühselig zu lesen. Begeisterte Raabe Leser werden misstrauisch beäugt und kritisch befragt. So ist seine Lesergemeinde nicht größer geworden, aber er hat sich gehalten.

Was mich begeistert an Wilhelm Raabe kann ich in einem Satz nicht sagen. So wie ich mir diesen Blog vorstelle, wird es sich vielleicht in der Zukunft zeigen und dem einen oder anderen Leser und Besucher dieser Seite verständlich werden.

Mein Kuraufenthalt im Oktober 2009 in Bad Driburg war Anlass genug ein weiteres Raabe Buch zu lesen. Glücklicherweise kannte ich Hastenbeck noch nicht. Die Handlung spielt zum großen Teil in Boffzen an der Weser, Höxter gegenüberliegend. Bad Driburg, am südlichen Fuße des Teutoburger Waldes gelegen ist nicht weit entfernt. So hatte ich die Möglichkeit und Grund  genug mir die Gegend um Boffzen herum genauer anzusehen.

Die Kirche in Boffzen. Der Landwehrturm Bruckfelde. Ein Wartturm. Dieser Turm liegt außerhalb von Boffzen am Ortsrand. Raabe beschreibt ihn in seiner Erzählung unwesentlich anders.
Gegenüber liegend das Pfarrhaus, Endendes 19. Jahrhunderts allerdings völlig umgebaut.